Einleitung

Die vorliegenden Informationen geben einen Überblick über die Basisausbildung der Gesellschaft für Idiolektische Gesprächsführung.

Wirksame Gespräche beruhen nicht so sehr auf der Anwendung spezifischer Theorie, Methodik und Technik, sondern vielmehr auf der Haltung des Gesprächsleiters und seiner Art der Beziehungsgestaltung. Dies zeigt auch die aktuelle psychotherapeutische Wirksamkeitsforschung. Ein zentrales Anliegen der Idiolektischen Ausbildung ist es, eine solche günstige Grundhaltung mittels Erfahrungslernen zu entwickeln.

Es geht jenseits der Vermittlung einer Technik um ein sich entfaltendes Lernen durch Experiment und Erfahrung. Dies wird sowohl durch die Gespräche der Ausbildungskandidaten untereinander als auch durch Live-Klientengespräche sicher gestellt. Auch die Peergruppen, d.h. die Teilnahme an regionalen Übungsgruppen soll diesen Aspekt betonen und selbstständiges Lernen fördern.

Insbesondere die Aspekte der Idiolektischen Grundhaltung wie Zieloffenheit, Paralogik, heitere Gelassenheit, Achtsamkeit, Resonanz und Innere Weisheit lassen sich nicht Quantifizieren, Standardisieren und theoretisch vermitteln. Sie stehen geradezu im Widerspruch zur Verschulung. Die Ausbildung versucht einerseits dem beschriebenen Anspruch des Erfahrungslernens und andererseits den impliziten theoretischen Annahmen sowie den Gesprächstechniken gerecht zu werden. Selbsterfahrung und Supervision sind feste Bestandteile der Ausbildung.

Die Ausbildungsstruktur der Basisstufe gliedert sich in einen ersten freien Abschnitt (ca. 18 Weiterbildungseinheiten). Hier werden alle von der Gesellschaft für Idiolektische Gesprächsführung im Jahresverlauf angebotenen Weiterbildungseinheiten anerkannt. Danach folgt eine feste Weiterbildungsgruppe
mit einem zuständigen Ausbildungsleiter. Quereinstiege in eine Ausbildungsgruppe sind bei entsprechender Eignung möglich.

Im Rahmen einer individuellen Prozessevaluation sowie der Qualitätssicherung finden im Verlauf der Ausbildung 3 Standortgespräche mit einem Ausbilder statt (nach 20, 50 und 80 Weiterbildungseinheiten). Die Teilnehmenden erhalten vor jedem Standortgespräch einen Fragebogen zur inhaltlichen Vorbereitung. Um die idiolektische Methode auch ausserhalb des Ausbildungskontextes selbst als Klient zu erfahren werden bis zum Abschluss 9 Einzelgespräche geführt.

Feste Ausbildungsgruppen fördern einen gemeinsamen Entwicklungsprozess. Eine Vertiefung persönlicher Beziehungen stärkt die Ausbildungsverbindlichkeit und damit die Möglichkeiten eines selbst entfaltenden Lernens durch Experiment und Erfahrung. Eine zusätzliche Vernetzung der Teilnehmenden entsteht während der Erstellung von Projektarbeiten in Arbeitsgruppen von 2-4 Personen. Die Projektarbeiten beschäftigen sich mit Fragestellungen, die sich aus dem Umgang mit der Idiolektik im Sinne von theoretischen oder praktischen Aspekten ergeben.

Jeder Ausbildungskandidat führt ein Studienbuch, in dem der Ausbildungsverlauf dokumentiert wird. Abgeschlossen wird die Grundausbildung durch ein drittes Standortgespräch und ein Live-Gespräch (Abschlusskolloquium). Die Grundausbildung (Basiszertifikat) richtet sich an alle Menschen, die ihre Kompetenz, Gespräche vor allem im Berufsalltag zu führen, weiterentwickeln wollen.
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